Erwartungen für den Maismarkt 2010
Maismarkt in der EU und Österreich
Mit einer Maisernte von ca. 60 Mio. t pro Jahr ist die EU etwa selbstversorgend. Allerdings sind die jährlichen Schwankungen beträchtlich. 2008 wurden in der EU ca. 63 Mio. t Mais geerntet – im Vorjahr mit ca. 57 Mio. t doch deutlich weniger. Klassisches Überschussgebiet ist Osteuropa, wobei es witterungsbedingt besonders hohe Ernteschwankungen in Ungarn und Rumänien gibt.
Allein durch die Veredelungswirtschaft ist in Österreich schon ein hoher Grundbedarf an Mais gegeben. Darüber hinaus gibt es einen hohen Bedarf durch die sehr starke Verarbeitungsindustrie. Die AGRANA-Stärkefabrik in Aschach braucht jährlich über 300.000 t Mais. Eine beträchtliche zusätzliche Nachfrage wird es durch das heuer in Vollbetrieb gehende Werk der Firma Jungbunzlauer in Pernhofen (bei Laa/Thaya) geben. Dieses Unternehmen ist einer der größten Zitronensäurehersteller der Welt – Rohstoffbasis dafür ist Mais. Im Vollbetrieb sollen in dieser Anlage über 200.000 t davon verarbeitet werden.
Allein aufgrund dieser großen Nachfrage der Industrie sind die Perspektiven für den heimischen Maismarkt positiv. Für den Fall, dass in Osteuropa trockenheitsbedingt geringere Ernten erzielt werden, kann es sehr schnell zu einer Maisknappheit am europäischen Markt kommen.
Speziell die Frühlieferung von Nassmais für die Stärkeindustrie könnte heuer in Oberösterreich interessant werden. Es ist zu erwarten, dass die traditionellen „Frühliefergebiete“ im Osten des Bundesgebietes heuer primär das Werk in Laa/Thaya beliefern werden, um die Frachtkosten zu optimieren.
Fazit:
Durch die zusätzliche Nachfrage aufgrund der Zitronensäureproduktion erhält der österreichische Maismarkt neue Dynamik. Die Situation könnte sehr schnell von Knappheit geprägt sein, wenn die Ernten in Osteuropa oder auch Italien geringer ausfallen sollten. Dies ist in Zeiten des Klimawandels bei heißen, trockenen Sommerbedingungen ein durchaus realistisches Szenario.


