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8000 ha Rüben dem Käfer geopfert

Die Vorausschau auf die bevorstehende Getreideernte 2020 ist für die Präsidenten der LK-Burgenland Niki Berlakovich und der LK-Österreich Josef Moosbrugger Gelegenheit auf die Wachstumsbedingungen des vergangenen Frühjahres zurückzublicken und auf die agrarpolitischen Vorhaben aufmerksam zu machen.
Obwohl der Juni kühl und feucht erscheint, stehen die Ackerbauern unter dem Eindruck der Klimaerwärmung. Das trockene Frühjahr wird den Getreideertrag voraussichtlich um 6% verringern. Seit einigen Jahren verschiebt sich der Beginn der Vegetationszeit nach vorne. Das Spätfrostrisiko steigt. Schädlinge, wie der Rübenderbrüssler oder der Erdfloh können sich massenhaft vermehren. Mangels geeigneter Insektizide kann sich der Zuckerrübenanbau in Österreich immer weniger behaupten. Noch besteht keine Gefahr für die Versorgung mit Rübenzucker österreichischer Herkunft.
Zur Ertragssicherung im östlichen Bundesgebiet wird in Zukunft vermehrt auf Beregnung gesetzt werden. Dort wo der Grundwasservorrat knapp ist, wird man alternative technische Angebote verwirklichen. Unter der Frühjahrestrockenheit hatten vor allem im Osten Sommergerste, Hafer und Zuckerrübe, aber auch Raps und Winterweizen zu leiden. Insgesamt wird mit einem Rückgang der Getreidemenge um 6% gerechnet, wobei im Burgenland mit einem Minus von 18% und in Oberösterreich mit einem Plus von 8% gerechnet wird. Am gravierendsten wird der Minderertrag bei Sommergerste mit 21% ausfallen.
Der Getreideanbau wurde im Bundesgebiet um 1,4% verringert, wobei Sommergerste, Raps und Mais 10% Fläche verloren. Neben der Zuckerrübe, die nur mehr auf 26.355 ha wächst, wurden Triticale, Körnererbse und Körnermais ebenfalls reduziert. Als Flächengewinner gingen Sonnenblume und Ölkürbis hervor. Die Fläche für Ölkürbis wurde um 41% auch infolge des Rübenumbruchs ausgedehnt.
Geändert müssen laut Präsident Moosbrugger noch die Rahmenbedingungen der Farm-to-Fork Strategie werden. Mit Einsparungen bei den Pflanzenschutzmitteln und den Düngemengen werde die Versorgungssicherheit verschlechtert statt verbessert. Umso mehr will Moosbrugger, dass alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die heimische Wertschöpfung zu erhöhen. Dazu gehört eine ehrliche Produkt- und Herkunfstskennzeichnung im Regal und in den Großküchen. Gerade bei der öffentlichen Beschaffung sollte baldmöglichst ein Fortschritt erzielbar sein.

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