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Milchindustrie erwartet mehr Stabilität

Anlässlich seiner Jahrestagung hat derdeutsche Milchindustrie-Verband (MIV) eine Bilanz für das bisherige Jahr 2019 gezogen. Der Markt für Molkereiprodukte zeigte sich weniger volatil als in den Vorjahren. Nach dem Verkauf aller staatlichen Bestände an Magermilchpulver aus der Intervention konnten sich die Eiweißpreise positiv entwickeln und wieder ein deutlich besseres Niveau erreichen. Milchfett wie auch Butter wurden im Jahresverlauf zunächst günstiger, nachdem die Preise sich in den vergangenen zwei Jahren auf einem Allzeithoch bewegt hatten. Seit Herbst 2019 ziehen die Notierungen wieder an.

Die schwächere Marktsituation im ersten Halbjahr 2019 führte zeitverzögert zu leicht niedrigeren Auszahlungsleistungen der deutschen Molkereien an ihre Milcherzeuger. Jedoch gibt es regional eine stark unterschiedliche Ausprägung. Der durchschnittliche Erzeugermilchpreis wird 2019 bei etwa 33,5 Cent/kg netto liegen (bei 4% Fett und 3,4% Eiweiß).

Die Milchanlieferung in Deutschland liegt im Herbst 2019 witterungsbedingt etwas unter dem Vorjahresniveau, wobei 2018 auch bereits ein sehr trockenes Jahr war. Anders als im Vorjahr sind heuer einzelne Regionen innerhalb der BRD deutlich stärker von der Trockenheit betroffen, sodass es hier Futterengpässe beziehungsweise geringe Futterreserven für die Wintermonate bis 2020 gibt.

Sorgen bereiten dem Milchindustrie-Verband die Vorgänge um den möglichen “harten” Brexit. Spannend wird die Reaktion der Republik Irland sein, die derzeit der Hauptexporteur für den britischen Bedarf ist. Der MIV hofft, dass trotz aller Schwierigkeiten die irischen Kollegen ihr durchschnittliches Exportvolumen beibehalten können und keine anderen Märkte in Mitleidenschaft gezogen werden.

Mit Spannung und Skepsis erwartet der MIV die Beratungen in Brüssel zu den Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland. Der MIV betont, dass die EU-Kommission nicht zu große Angebote unterbreiten sollte, da sich auf der Gegenseite das Absatzvolumen für europäische Ware kaum vergrößern werde. Dies gilt insbesondere für den neuseeländischen Markt.