NewsDachverband will Verbot von Ölheizungen

Dachverband will Verbot von Ölheizungen

Dachverband will Verbot von Ölheizungen

Montag, 06. Mai 2013
In Österreich wird mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs für die Erzeugung von Wärmezur Beheizung von Gebäuden sowie für industrielle Prozesse eingesetzt. Knapp 60 % davonwerden für die Erzeugung von Raumwärme oder Kälte verwendet. Der Anteil erneuerbarerEnergie im Raumwärme-Markt lag 2011 bei rund 41 %. Der Rest wird von fossilenEnergieträgern bereitgestellt. ?Unser Ziel muss es sein, den Anteil erneuerbarer Wärme bis2020 auf mindestens 55 % zu erhöhen?, fordert Josef Plank, Präsident von ErneuerbareEnergie Österreich. ?Dies ist dringend nötig, denn die fossilen Energieträger werden teurer,und Raumwärme muss sich jeder Österreicher leisten können. Gleichzeitig ist derKlimaschutz ein Gebot der Stunde.?
?Biogene und klimafreundliche Brennstoffe sind um rund 50 % günstiger als Heizöl, und dieSolarwärme zu 100 %. Wenn es uns gelingt, die Hürde der höheren Investitionskosten beierneuerbaren Technologien zu überspringen, dann kann der Anteil erneuerbarer Energiedeutlich gesteigert werden?, erklärt Plank. ?Aus diesem Grund fordern wir ein Verbot desEinbaus von Ölheizungen im Neubau ab 2015 sowie in der Sanierung ab 2016 samt einerKesseltauschprämie als Investitionsanreiz.? Diese soll für den Tausch einer Ölfeuerung(2014; 2.000 Euro), aber auch einer veralteten Festbrennstoffheizung (2014; 1.500 Euro)gelten. Gleichzeitig wird jeweils eine Degression von jährlich 100 Euro bis 2018vorgeschlagen. Eine Zusatzprämie für Solaranlagen von 500 Euro ist ebenfalls im Plan. ImHinblick auf den Ausbau der Nutzung von Umgebungswärme durch Wärmepumpen sei zubeachten, dass dieser nur dann sinnvoll ist, wenn die Wärmepumpen in der Praxis einennachgewiesenen hohen Nutzungsgrad (hohe Effizienz) aufweisen und mit Ökostrombetrieben werden. Das ist laut Plank notwendig, um negative Auswirkungen in Form einerSteigerung der Nutzung fossil erzeugter elektrischer Energie zu vermeiden.?Mit der Einführung eines eigenen Absetzbetrages für Investitionen speziell für erneuerbareWärme als Ergänzung zum allgemeinen Sonderausgaben-Absetzbetrag soll ein weitererAnreiz für den Umstieg gesetzt werden?, fordert Roger Hackstock, Geschäftsführer AustriaSolar. Zusätzlich zum Sonderausgaben-Höchstbetrag von jährlich 2.920 Euro soll für dieseneigenen Absetzbetrag ein Höchstbetrag von 2.000 Euro gelten, der in voller Höhe anerkanntwird und zehn Jahre lang gewährt wird. Es sollen nur jene Kosten absetzbar sein, die vomSteuerpflichtigen selbst getragen werden. Geht man von einer Investition von 15.000 Euroaus, reduziert sich die Einkommenssteuer um 525 Euro jährlich ? und dies zehn Jahre lang.Die Kosten werden demnach um 35 % reduziert. Für sozial schwache Haushalte soll eineSteuergutschrift in gleicher Höhe anerkannt werden.Die Finanzierung der Vorschläge soll unter anderem durch die Erhöhung des Förderzinsesauf inländische Öl- und Gasförderung erfolgen. Die Republik Österreich ist Eigentümer derinländischen fossilen Energievorräte. Sie vergibt zu ihrer Nutzung Förderrechte an Firmenund hebt dafür einen Förderzins ein. Dieser hängt vom Ölpreis je Tonne ab und ist von 2 bis14 % gestaffelt. Zurzeit wird der höchstmögliche Zinssatz verrechnet, jedoch steigt diesernicht mehr an, obwohl die Ölpreise immer wieder neue Rekorde brechen. ?Wir schlagen vor,dass der Bund durch eine einfache Novelle des Mineralrohstoffgesetzes vom Wertanstiegder inländischen Öl- und Gasförderung stärker profitiert. Der Spitzenzinssatz soll für Erdölauf 33 % und für Erdgas auf 37 % angehoben werden?, erklärt Horst Jauschnegg,Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Der Republik würden lautBerechnungen der Experten beim Ölpreisniveau der Jahre 2011/2012 etwa 150 MillionenEuro an Mehreinnahmen entstehen.Kürzlich wurde eine Reform des CO2-Zertifikatshandelssystems vom EU-Parlamentabgelehnt. ?Damit ist das Emissionshandelssystem praktisch gescheitert. Klimaschutz mussauf die Ebene der Nationalstaaten verlagert werden. Wie es funktionieren kann, zeigt unsSchweden mit einer CO2-Steuer vor. Diese würde nicht nur dem Wärmesektorzugutekommen, sondern umfassende Anreize zur Senkung des Energieverbrauchs, zumeffizienten Umgang mit Energie und zum forcierten Umstieg auf Ökoenergien setzen?, erklärtPlank. ?Die CO2-Steuer ist die einfachste, effizienteste und schnellste Möglichkeit, dieEnergiewende zu bewerkstelligen.? Diese Steuer müsste im Einführungsjahr 30 Euro proTonne CO2 betragen und in den Folgejahren jährlich um fünf Euro erhöht werden, bis sie 60Euro pro Tonne beträgt. Liegt in einem Jahr der Ölpreis im Schnitt höher als 150 USD jeFass, sollte die Erhöhung im Folgejahr ausgesetzt und um ein Jahr verschoben werden. ?Diejährlichen Einnahmen aus dieser CO2-Steuer sollen primär wieder an die Wirtschaft und dieBevölkerung durch Senkung der Lohnnebenkosten sowie der Pensionsbeiträge und imWege sozialer Ausgleichsmaßnahmen refundiert werden. Nur ein kleiner Teil dient derFörderung von Ökoenergien?, rechnet Plank vor.?Die größte Hürde für eine rasche Umsetzung der Energiewende beim Heizen liegt imInformationsdefizit der breiten Öffentlichkeit, wobei Werbekampagnen der fossilenEnergiewirtschaft oftmals zur gezielten Fehlinformation der BürgerInnen beitragen?,informiert Plank. Aus diesem Grund schlägt er vor, dass die Bundesregierung eine gezielteInformationsoffensive startet, um die ÖsterreicherInnen über die Notwendigkeit und Chanceneiner Energiewende beim Heizen zu informieren und die angebotenen finanziellen Anreizezu bewerben. Gleichzeitig muss der Bund inklusive nachgelagerter Institutionen eineVorbildwirkung durch vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien übernehmen.?Für Erdöl samt Erdgas gilt eine gesetzliche Bevorratungspflicht. Zur Abdeckung derfinanziellen Risiken der Bevorratung bestehen staatliche Haftungen, die einer Förderunggleichkommen?, weiß Christian Rakos, Geschäftsführer proPellets Austria. ?Mit derzunehmenden Bedeutung von Pellets als direktem Heizölersatz wäre eine gesetzlichverankerte Bevorratung zur Sicherstellung der Versorgung auch unter außergewöhnlichenUmständen, wie zum Beispiel klimatischen Extremereignissen oder plötzlichem Anstieg desVerbrauchs durch viele Neuanlagen, sinnvoll und anzustreben.? Aufgrund der Produktion imInland wäre eine Bevorratung von 5 bis 10 % des Jahresbedarfs bereits ausreichend, umeine sichere Versorgung auch in Ausnahmesituationen zu gewährleisten. Weitere Barrierenmüssten laut Jauschnegg im Immissionsschutzgesetz Luft, dem geplanten österreichischenEnergieeffizienzgesetz sowie bei der Umsetzung der EUEnergieeffizienzrichtlinie in die OIB-Richtlinie 6 abgebaut werden, um einen weiteren Ausbau von erneuerbaren Energieträgern im Wärmebereich zu ermöglichen.

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