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Pernkopf will Selbstversorgung in die Verfassung heben

Die Selbstversorgung mit heimischen Nahrungsmitteln soll in Verfassungsrang gehoben werden. Das wünscht sich der Niederösterreichische Bauernbund. „Zentrale Grundaufgabe des Staates ist eine Versorgung seiner Bürgerinnen und Bürger. Unsere Verfassung garantiert viele wertvolle Rechte – auch die Versorgungssicherheit mit hochqualitativen, heimischen Lebensmitteln muss zum Staatsziel werden“, meinte Bauernbund-Obmann Stephan Pernkopf bei einer Pressekonferenz in St.Pölten. Dazu wollen er und Direktor Paul Nemecek in den nächsten Wochen Gespräche mit den betroffenen Ministerien führen. „Es gibt in der Bundesverfassung einige Stellen, an denen man das verankern kann“, meinte Nemecek.
Nutzen will man dabei die coronabedingte Sensibilisierung der Menschen für den Wert einer regionalen Versorgung. „Meine Großeltern haben mir immer von den Care-Paketen nach dem Krieg erzählt“, so der Direktor. Seit damals hätten die heimischen Bauern stets sichergestellt, dass es so etwas nicht mehr gegeben habe. „Wenn wir das auch für die Zukunft wollen, dürfen wir weder auf Sand bauen, noch verbrannte Erde hinterlassen“, spielte Nemecek auf den Export von ägyptischen Erdäpfeln und Rindfleisch aus brandgerodeten Regenwaldgebieten an. Die Lebensmittel sollten besser „vom Bauernmarkt als vom Weltmarkt kommen.“
Die Coronakrise habe gezeigt, dass alles, was nicht im Land selbst zur Verfügung steht, in Krisenzeiten schwierig zu bekommen sei, so Stephan Pernkopf. Im konkreten Fall habe das Schutzausrüstung betroffen. Wäre es zu weiteren Einschränkungen gekommen, hätte sich die dramatische Lage aber auch auf die Nahrungsmittelversorgung ausweiten können. Für den NÖ Bauernbund ist die Konsequenz ein Umdenken in der Freihandelspolitik: „Wir dürfen uns nicht in die Hände einiger Weniger in China oder in den USA begeben.“ Pernkopf kritisierte in diesem Zusammenhang einmal mehr, dass die europäische Produktion aufgrund strenger Standards, wie in den Vorschlägen zum Green Deal vorgesehen, zurückgehen werde, während billiges „Klumpert“ aus Übersee hereinkommt.
Der NÖ Bauernbund will auf diese Zusammenhänge in den nächsten Wochen auch mit einer Plakat- und Printkampagne aufmerksam machen. „Unsere Bäuerinnen und Bauern sind systemrelevant. Sie sind es, die uns unabhängig vom Weltmarkt mit Nahrung versorgen und schon heute an der Versorgung für morgen arbeiten“, umriss der Obmann die Werbebotschaft, die unter dem Leitmotto „Für Dich, für alle, für Österreich“ stehen wird. Als besonderes Zuckerl wird es in der Bundeshauptstadt ein Plakat geben, das mit den saisonalen Anbau- und Produktionsschritten der Bauern mitwächst.

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