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Schweinepreise trotzen Tönnies-GAU

In Deutschland, dem EU-weit relevantesten Markt für Schlachtschweine, sorgt zurzeit die Sperre des größten Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück für erhebliche Unruhe. Die Folgenabschätzung dieser Entwicklung bestimmt daher in Europa die Diskussion in der Branche. Preisstabilisierend wirkt momentan das saisontypisch unterdurchschnittliche Angebot an Schweinen. Der mediale Hype im Zusammenhang mit der Firma Tönnies ist insgesamt nicht förderlich für den Fleischkonsum, sodass aus Sicht der Marktpartner wünschenswert wäre, dass die Betriebssperre nicht länger als die avisierten zwei Wochen dauern wird.Manche Experten meinen, dass der Fall Tönnies seitens der Produktionskette Schweinefleisch zu verkraften wäre, wenn sich alle Marktpartner ruhig und besonnen verhalten. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat jedenfalls ihren Basispreis für Schlachtschweine gegenüber der Vorwoche unverändert belassen. Die südlichen EU-Länder Spanien, Italien und Frankreich setzen auf den beginnenden Sommertourismus, was auch die tendenziell festeren Preise in diesen Ländern widerspiegeln.
In Österreich zeigt sich der Schlachtschweinemarkt ausgewogen, berichtet Johann Schlederer von der Schweinebörse. Auch hierzulande ist die Verunsicherung durch die Corona-Probleme in Deutschland groß. Von Auslistungen der Firma Tönnies im Fleischhandel und in der Industrie wird berichtet, wirklich spürbare Nachfragebelebung nach heimischer Ware ist bis dato allerdings ausgeblieben. China-Exporteure äußern sich aktuell wenig positiv über Geschäfte Richtung Peking, auch hierbei belasten Corona-Probleme das Geschehen. Die nun doch flotter anlaufende Grillsaison ist zurzeit der Hoffnungsträger der Branche. Vor dem Hintergrund eines normalen Angebotes und einer ebensolchen Nachfrage wurde an der heimischen Börse die Mastschweine-Notierung auf dem unveränderten Niveau von 1,63 Euro (Berechnungsbasis: 1,53 Euro) je kg Schlachtgewicht fixiert.

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