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Klimawandel ist die größere Gefahr

 
„Faktum ist: Die Erderwärmung ist längst auch in Österreich angekommen. Während wir in den 70er, 80er Jahren noch ca. 10 Hitzetage mit mehr als 30 °C hatten, sind es jetzt knapp 30 Hitzetage. Spürbar ist die Erderwärmung aber auch an den zunehmenden Wetterextremen, die die Landwirtschaft unmittelbar treffen. Alleine im heurigen Jahr 220 Millionen Euro, in den letzten fünf Jahren eine Milliarde Gesamtschaden in der Landwirtschaft! Wir haben in Österreich aber im internationalen Vergleich ein breites Private-Public-Partnership System mit der umfassendsten Produktpalette und modernsten Schadenserhebung Europas. So ist aus der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Versicherungswirtschaft und Landwirtschaft das zunehmende Wetterrisiko bislang kalkulierbar. Es beruht aber auch auf einem breiten Netz an Rückversicherung, um so schwankende, große Schadensereignisse versicherbar zu machen. Unerlässlich ist aber auch die Wissenschaft, die mit ihren Klimaprognosen die Grundlagen für versicherungstechnische Kalkulationen schafft“, so der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, in seinen einleitenden Worten zur Pressekonferenz. Er begrüßte Dr. Doris Höpke, Vorstandsmitglied von Munich Re, einem zentralen Partner angesichts der zunehmenden Wetterextreme, sowie die „Wissenschaftlerin des Jahres 2005“ Univ.Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb, Klimaforscherin und Meteorologin an der Universität für Bodenkultur Wien, der Nachhaltigkeitsuniversität.
Dr. Doris Höpke: “Ohne Mut und Freiraum für kreative Lösungen wird es nicht möglich sein, die Klimaziele zu erreichen. Neue Technologien müssen besser gefördert und der Marktzugang erleichtert werden. Es braucht ein vorausschauendes Risikomanagement statt wiederkehrender, staatlicher Adhoc-Hilfen im Katastrophenfall. Die Privatwirtschaft allein kann systemische Risiken auch nicht tragen. Es braucht auch eine Zusammenarbeit mit der Wissenschaft, um Risiken in Zukunft abschätzen zu können. Daher gilt es, die Stärken zu bündeln. In dieser Hinsicht ist Österreich bereits weit fortgeschritten: Die Hagelversicherung bietet eine umfassende Produktpalette, kombiniert mit moderner und rascher Schadenserhebung.”
Prof. Helga Kromp-Kolb: “Gerade im Klimabereich haben sich Szenarien zukünftiger Entwicklung als extrem verlässlich erwiesen. Die reale Entwicklung hat sich allerdings immer am oberen Rand des Erwarteten bewegt, das heißt Veränderungen sind schneller gekommen oder extremer ausgefallen als erwartet. Die Extremereignisse der letzten Monate waren aus wissenschaftlicher Sicht daher keineswegs überraschend. Sie haben nur auf dramatische Weise veranschaulicht, was in den Berichten steht. Unter diesen Umständen ist es nicht verantwortbar, die Klimaentwicklung zu ignorieren. Gerade weil die Klimakatastrophe selbstgemacht ist, muss rasch und mutig gehandelt werden. Rückgängig machen können wir das Geschehene nicht – jedenfalls nicht kurzfristig. Aber bei einem Klima stabilisieren, das für den Großteil der Menschen noch erträglich ist, an das wir uns als Zivilisation anpassen können, liegt noch in unserer Macht.  Es ist Aufgabe der Politik, uns diesen Umstieg zu erleichtern. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energieträger und eine rasche Umsetzung einer ökosozialen Steuerreform gehören dazu.”
„Wer jetzt in der Politik ist, hat eine historische Verantwortung für künftige Generationen. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden uns die Enkelkinder einmal fragen: ‚Warum habt ihr uns die Erde in so einem Zustand hinterlassen?‘“, schließen Höpke, Kromp-Kolb und Weinberger

Der Beitrag Klimawandel ist die größere Gefahr erschien zuerst auf Blick ins Land.