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Kriegsrhetorik wegen Farm-to-fork

Lang ist der Maßnahmenkatalog für die „Farm to Fork“- und Biodiversitätsstrategie als Teil des geplanten Green Deals, den die EU-Kommission heute präsentiert hat. Weitreichende Anforderungen beinhaltet vor allem die Strategie für die Artenvielfalt, für die EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius vorschlägt, 10% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Erholung von Vogel- und Insektenbeständen mit Landschaftselementen, Blühstreifen oder Brache zu widmen. Für den Bio-Landbau sieht die EU-Kommission einen Mindestanteil von 25% an der Fläche bis 2030 vor. Weiterhin sollen Landwirte weniger risikoreiche Pflanzenschutzmittel verwenden. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat sich am Schluss in ihrer „Farm to Fork“-Strategie zu einer Mengenreduktion von 50% bis 2030 durchgerungen. Die ausgebrachte Menge an Düngemitteln soll in den kommenden zehn Jahren um 20% vermindert werden.Immerhin sollen all diese Ziele regelmäßig überprüft werden, ob sie mit der Versorgungssicherheit und der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe in Konflikt geraten. Eine Herausforderung gibt es in der „Farm to Fork“-Strategie auch für die tierische Erzeugung, welche eine Halbierung der im Stall eingesetzten Antibiotika bis 2030 vorsieht.
EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski war bei der Vorstellung der beiden Strategien nicht dabei. Er soll die Pläne für eine grünere Landwirtschaft im Herbst in die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) einbauen. Schon heute setzt die EU-Kommission vor allem auf neue Eco-Schemes (Ökoregelungen) in der 1. Säule der GAP (Direktzahlungen). Dazu erklärt sich die EU-Kommission erstmals mit einem Mindestanteil für die Eco-Schemes am EU-Agrarbudget einverstanden.
„Die Präsentation ‚Farm to Fork‘-Strategie unterstreicht einmal mehr die Vorreiterrolle der österreichischen Agrarpolitik in ganz Europa. In Österreich werden bereits jetzt 25% der landwirtschaftlichen Fläche nach den Richtlinien des biologischen Landbaus bewirtschaftet, was uns zum Bio-Musterland Nummer eins macht. Darüber hinaus nehmen mehr als 80% der heimischen bäuerlichen Betriebe am Agrarumweltprogramm ÖPUL teil, welches 25 Maßnahmenpakete von Biodiversität bis hin zu Grundwasser- und Tierschutz umfasst“, betonte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.
Die in Ziffern gefassten Verminderungen von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln waren innerhalb der EU-Kommission lange umstritten. Von einigen EU-Mitgliedstaaten werden sie scharf kritisiert. Als einen „Generalangriff auf die europäische Landwirtschaft“ bezeichnet der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, die Strategien der EU-Kommission. Reduktionsziele für Pflanzenschutzmittel und andere Betriebsmittel seien kontraproduktiv und verlassen die Grundlage der guten fachlichen Praxis, erklärte Rukwied.

Der Beitrag Kriegsrhetorik wegen Farm-to-fork erschien zuerst auf Blick ins Land.