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LFS Tamsweg nutzt digitale Gesundheitswächter

Schüler der Landwirtschaftsschule (LFS) Tamsweg testen derzeit eine App, die die Gesundheit der Kühe auf dem Handy anzeigt. Sie sind damit in Salzburg Vorreiter in Sachen Landwirtschaft 4.0. „Dadurch können Krankheiten früh erkannt werden, die Heilung kann früher eingeleitet werden, und die Kuh kann rasch wieder gemolken werden“, erklärt Agrarlandesrat Josef Schwaiger. „Das ist gut für die Tiergesundheit, und der Betrieb kann den Schaden gering halten. Mir ist aber auch wichtig, dass die Schüler die modernsten Technologien kennenlernen und diese professionell anwenden können“, sagt Schwaiger.
Auch die Schüler sind begeistert: „Vor allem für Nebenerwerbsbetriebe kann das hilfreich sein. Durch die Früherkennung von Krankheiten können Behandlungskosten beim Tierarzt gespart werden, die Kühe bleiben gesund und leistungsfähig“, betont Florian Sigl aus dem Bezirk Murau. Sein Klassenkollege Stefan Miedl meint: „Die Daten kann man überall auf dem Handy abrufen.“Bis zu vier Tage, bevor Symptome sichtbar werden, erkennt die App eine sich anbahnende Krankheit. Dank dieser Früherkennung kann die Kuh mit schwächerer Medikation behandelt werden. Im besten Fall entfällt dadurch auch die gesetzliche Wartezeit zur Milchproduktion nach der Krankheit. „Im Vordergrund steht bei dieser Innovation aber immer die Gesundheit der Tiere“, so Schwaiger.
Die App analysiert nicht nur die Gesundheit, auch über Brunst und über bevorstehendes Kalben wird man frühzeitig informiert. Dafür sorgt ein Bolus. Dieser wird den Kühen in den Pansen eingegeben. Die zylinderförmige Keramikhülle wird für vier Jahre geleast und misst rund um die Uhr die wichtigsten Parameter. Die Daten werden an ein Messgerät, das sich im Stall befindet, übermittelt und auf das Smartphone übertragen. Den Bolus kann man durch das Kuhmaul wie ein Medikament verabreichen. Mit einem zweiten Bolus kann zusätzlich der pH-Wert gemessen und die Fütterung optimiert werden. Zehn Rinder tragen den Bolus in sich. Die Lungauer sind damit im Bundesland Vorreiter. Angewendet wird die App derzeit auch in Schulen in Niederösterreich, Tirol und der Steiermark. „Die Anwendung des Systems wird sicher spannend für unseren Lehrbetrieb“, freut sich Barbara Mauser, Tierhaltungslehrerin an der LFS Tamsweg. „Vor allem ist es ein Gewinn für die Schüler, diese Form des Herdenmanagements kennenlernen zu dürfen“, sagt Mauser.

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